
Wohnbebauung «Schlundmatt», Kriens
«Schlundmatt» liegt am nördlichen Rand des Pilatus-Massivs, das zu den Luzerner Voralpen gehört. Die Hanglage eröffnet weite Ausblicke über den See bis zum Bergpanorama, was dem Ort eine besondere Atmosphäre verleiht. Der Umgang mit dem Ort war daher eine zentrale Frage des Wettbewerbs. Burckhardt antwortet darauf mit einem Entwurf, der an die vorhandenen kulturellen und landschaftlichen Qualitäten anknüpft, die Volumina selbstverständlich in die Umgebung einfügt und für die künftigen Bewohnerinnen unterschiedlich ausformulierte Freiräume schafft.
Schmid Immobilien AG
2026
Wettbewerb, 1. Preis
Burckhardt Architektur AG
Unolia AG, Zürich
Wettbewerb, Wohnen
Zürich, Schweiz

Ensemble im Hangraum
Die städtebauliche Setzung arbeitet mit der Topographie der Hanglage. Ein langer vier- bis sechsgeschossiger Baukörper entwickelt sich gestaffelt hangaufwärts. Ergänzt wird er durch einen sechsgeschossigen Punktbau. Beide Neubauten gehen aus demselben volumetrischen Grundgedanken hervor und werden so als verwandte Baukörper lesbar.
Architektur
Zwischen ihnen öffnet sich ein zentraler Grünraum als Ankunfts- und Begegnungsort. Das historische Gebäude am Waldrand wird als Atelierhaus erhalten, in das Ensemble integriert und erhält als gemeinschaftlich genutzter Ort ein zweites Leben.


Vielfalt und Einheit
Um differenzierte Aussenraumbezüge zu ermöglichen, wurde eine fünfeckige Grundriss-Typologie entwickelt. Der Mix aus insgesamt 65 Eigentumswohnungen adressiert Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen und reicht von kompakten 2,5- bis zu grossen 5,5-Zimmerwohnungen. Ein hohes Mass an Wiederholung und Standardisierung – etwa bei Bädern und Küchen – sichert eine gleichbleibend hohe Qualität im Ausbau und trägt zur Wirtschaftlichkeit bei. Gleiches gilt für die klare konstruktive Logik mit effizienten Erschliessungs- und Installationszonen.
Vom Platz bis zum Wald
Im Nordosten fasst ein Grünraum sanft ansteigende, hindernisfreie Wege zu den Hauseingängen. Grosskronige Bäume säumen die Wege und spenden Schatten. Zur Strasse «Schlundmatt» wird ein Ankunftsplatz mit klarer Adressbildung artikuliert.
Nach Norden öffnen sich die Aussenräume der Wohnungen zur weitläufigen Landschaft. Am höchsten Punkt des Areals im Südwesten wird das historische Atelierhaus von dichtem Waldbestand gefasst. Sitzbänke, naturnahe Spielelemente und ein Grillplatz bieten den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern hier einen Ort im Freien, der flexibel genutzt werden kann.


Minimierung der CO2-Emissionen in der Erstellung
Die Tragstruktur ist als schlanker Massivbau konzipiert. Die bauakustisch ohnehin erforderliche Masse wird statisch ausgewogen aktiviert und mitgenutzt. Die Fassaden werden in Holzbauweise ausgeführt und sind auf eine natürliche Alterung mit geringem Wartungsaufwand ausgelegt. Mit der Reduktion der mineralischen Bauteilvolumen auf das erforderliche Minimum («weniger Menge»), eine langlebige, unterhaltsarme Konstruktion («Beständigkeit und Langlebigkeit») und den Einsatz von CO₂-reduziertem Beton («weniger pro Menge») werden alle drei Strategien des SIA zur Minimierung der Treibhausgasemissionen in der Erstellung berücksichtigt.
Energieeffizienz in der Nutzung
Aus den kompakten Volumina, einer 24cm starken Dämmung sowie einem Fensteranteil von rund 35% der Fassadenfläche resultiert eine hohe energetische Effizienz der Gebäudehülle. Der anspruchsvolle Grenzwert Qhli von 19 kWh/m²a wird eingehalten. Für die Heizung, Kühlung und Warmwasserproduktion werden Erdsonden-Wärmepumpen eingesetzt. Die Dachflächen werden mit PV-Paneelen belegt.
