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Îlot d’Ouchy, Lausanne

Ouchy, ein Ensemble von Wohnhäusern, liegt nicht nur an einem der prominentesten Orte Lausannes, unweit des Genfersees, zwischen der Avenue d’Ouchy und der Place de la Navigation. Der Komplex repräsentiert auch einen spezifischen Typus von Mietwohnungen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts realisiert wurden. Die bauzeitliche Substanz blieb weitgehend unangetastet, die Gebäude haben ihren ursprünglichen Charakter nahezu vollständig bewahrt und gehören deshalb heute zu den Denkmälern von nationaler Bedeutung. Entsprechend konzentrierte sich die Renovation von Burckhardt auf den Innenbereich: auf die bestehenden Wohnungen und den Ausbau der Dachgeschosse. Ziel war es, behutsam zu intervenieren und das bauliche Erbe mit einer zurückhaltenden zeitgenössischen Architektursprache aufzuwerten.

Bauherrschaft

Mobimo

Zeitraum

2021–2026

Photos

Olivier Di Giambattista, Eduardo Baumann

Typologie

Umbau & Sanierung, Wohnen

Office

Lausanne, Schweiz

Typologische Anpassungen

Die Renovation des Erdgeschosses orientiert sich an der historischen Vorlage, um sowohl das ursprüngliche Erscheinungsbild der Hauseingänge als auch das einiger Ladenlokale wiederherzustellen. In den darüberliegenden Bestandswohnungen mit 3,5- bis 6,5-Zimmern, konzentrierten sich die Arbeiten vor allem auf Küchen und Nasszellen. Um den Wohnkomfort zu erhöhen, wurde ein zweites vollwertiges Badezimmer eingebaut. Diesem Zweck dienen auch die weiteren typologischen Anpassungen: Die Elternschlafzimmer mit Ankleide erhielten ein separates Badezimmer, das über umfunktionierte Einbauschränke zugänglich ist.

Regelgeschoss

Gründliche Bestandsaufnahme

Eine gründliche Bestandsaufnahme half, Elemente von denkmalpflegerischem Wert wie Holzverkleidungen, Türen, Schränke und Stuckaturen zu identifizieren. Diese wurden je nach neuer Raumaufteilung bewahrt, restauriert oder wiederverwendet. Die Parkettböden bleiben bestehen, und mehrere originale Böden, die wiederentdeckt wurden, sind in Eingängen, Treppenhäusern und Korridoren instandgesetzt worden.

Ausbau der Dachräume

Beim Ausbau der Dachräume lag der Fokus ebenfalls auf dem Erhalt der historischen Elemente. Böden und Holzverkleidungen wurden hier ebenfalls sorgfältig demontiert, restauriert und entweder an ihrem ursprünglichen Ort oder an anderer Stelle im Gebäude wieder eingebaut, um die historische Kontinuität zu wahren – ein Vorgehen, das sowohl die Anforderungen der Denkmalpflege erfüllt als auch nachhaltig ist.

Neue Dachterrassen

Im Dachgeschoss entstanden sieben neue Wohnungen mit 2,5- bis 4,5-Zimmern. Sie übernehmen die typologischen Prinzipien der unteren Etagen: Ein grosszügiger zentraler Eingangsbereich erschliesst alle Räume. Hinzukommen Treppen, die in vier der sieben Wohnungen jeweils zu einer Dachterasse mit herausragenden Blick auf den Genfersee und die Alpen führen.